Wie ein Fisch im Wasser

Im Geretsrieder Hallenbad wird seit diesem Jahr auch Babyschwimmen angeboten

Originalartikel vom Dienstag 11. Juni 2013 | Nr. 132 zum Download

VON RUDI STALLEIN
Geretsried — Dem kleinen Maik scheint die Sache nicht ganz geheuer zu sein. Mit großen Augen schaut der drei Monate alte Bub seine Mutter an. Die greift ihrem Sohn mit ausgestreckten Armen unter die Schultern und schwingt ihn sanft von links nach rechts und wieder zurück durch die warmen Fluten des Schwimmbads. „Hallo, hallo, schön, dass Du da bist", singt die Mama dabei leise. Und bald streckt der Kleine die Ärmchen von sich wie ein Seehundbaby seine Flossen, genießt es sichtlich, so durchs Wasser gezogen zu werden. Genauso wie die anderen drei Wasserratten zwischen fünf und zwölf Monaten, die beim Babyschwimmen auf den Händen ihrer Mütter durchs Wasser gleiten. „Das ist toll, wirklich super", schwärmen die Mamas im Chor. „Wir sind alle begeistert — und die Kinder auch." Spielerisch die Scheu vor dem Wasser zu verlieren und die allgemeine Beweglichkeit der Kleinen zu fördern ist Ziel des Babyschwimmens, das die Schwimmmeisterin und systemische Trainerin Marion Baptiste seit diese kurzem im Geretsrieder Schwimmbad anbietet. „Bis zum Alter von einem Jahr haben die Babys einen natürlichen Reflex, die Luft anzuhalten. Sie fühlen sich sehr wohl im Wasser. Und im ersten Lebensjahr werden die meisten neuronalen Verbindungen im Gehirn geschaffen", erklärt die Kursleiterin weshalb sie in ihren Kursen viele unterschiedliche Materialien und visuelle Reize einsetzt.

Planschen mit Mama macht Spaß: Auch Melanie Rab nimmt mit Luca am Babyschwimmen teil.

Planschen mit Mama macht Spaß: Auch Melanie Rab nimmt mit Luca am Babyschwimmen teil.
FOTO: HERMSDORF

Einfache Übungen mit bunten Bällen und Bechern fördern die Muskelentwicklung der Kleinen, schulen Tastsinn und krallen die kleinen Wasserratten ihre Fingerchen in den blauen Schaumgummi. Die größeren wagen sich sogar ein kleines Stück krabbelnd auf die Matte, balancieren mit dem Wasser mit. Dabei achtet die Schwimmmeisterin nicht nur auf den Bewegungsdrang der Kleinen, sondern korrigiert auch die Griffe der Mütter. Auch sie sollen profitieren, Sicherheit im Umgang mit ihren Kindern bekommen. Die Wassergewöhnung werde mit zunehmendem Alter immer schwieriger, erklärt Baptiste, warum sie dafür wirbt, dass schon vier Monate alte Babys ins Wasser sollen. „Es geht ja dabei nicht ums Schwimmen, sondern darum, die Muskulatur und die Entwicklung der Kleinen insgesamt zu fördern." Auch deshalb wird zwischendurch immer mal wieder ein Liedchen gesungen. Wenn es beim „Hoppe, hoppe, Reiter" in sanftem Auf und Ab auf der Schwimmnudel im Kreis durchs Wasser geht, juchzen die größeren Babys um die Wette. Und wenn die Mütter ihre Kleinen dann noch mal mit Schwung im Wasser hin- und herwedeln, strahlen die großen Gesichter genauso wie die kleinen. „Danach ist er immer müde, aber gut drauf", sagt Maiks Mama Martina mit einem Lächeln, das verrät, dass vor allem letzteres wohl auch für sie gilt.
Infos im Internet: vvvvvv.nellie-goldfisch.de